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Frank Ambrock
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Christina Allmeling
Dr. Ilse Jacobsen
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Ralph Kopp
Frank Ambrock

Update: 25.06.2010

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Alte Abhandlungen und Berichte:

In diesem Bereich haben wir alte Abhandlungen, Berichte und Beschreibungen zum Axolotl eingestellt, die sich sehr nett lesen lassen, nicht immer ganz ernst zu nehmen sind und den damaligen Wissenstand wieder spiegeln.

 

Alte Abhandlungen 1888:

Triton Gesellschaft für Vivarienkunde 1888

Der Axolotl (Siredon mexicanum)


Zuerst erzählte Fransico Hernandez (1651) von diesen merkwürdigen Seefischen, mit weicher Haut und vier Füßen, wie bei Eidechsen, eine Spanne lang und eine Zoll dick.
Der Kopf ist flach und groß, die Zehen sind wie bei den Fröschen und die Färbung ist schwarz oder braun gefleckt. Seinen Namen, die Azteken nannten ihn > Axolotl<, gaben die Spanier dem Tier nach seiner spaßhaften Gestalt > Wasserspiel<, oft wurde es aber auch >Wassermonstrum< genannt. Sein Fleisch gleicht dem der Aale, es ist gesund und schmackhaft, wird gebraten, gesotten und geschmort gegessen. Von den Mexikanern wurden sie mit scharfen spanischen Pfeffer zubereitet, die Spanier aßen sie gewöhnlich mit etwas Essig und Pfeffer, jedoch nicht so scharf.
Fransico Hernadez wurde von Philipp IV. von Spanien (!605 -1665), um 1640 nach Mexiko gesandt. Er schreib später nach seinen gemachten Forschungen, das Werk >>Nova pantarum, animalum et miniralium mexicanorum historia<<, Rom 1651. Bis zu seinem Tode war er der Leibarzt Philipps IV..
Der Axolotl kommt wildlebend nur im Xochimilcosee, ca 20 Kilometer südöstlich der Stadt Mexiko, vor.
Lange Zeit blieb dieses so eigenartige Tier wieder vergessen, bis ein Exemplar Ende des 18. Jahrhunderts nach England gebracht wurde und nun in der wissenschaftlichen Welt ein neues Interesse weckt.
Als nächster brachte Alexander von Humbolt, 1805, zwei Tiere , es waren Weibchen, von seiner Mexikoreise mit. Cuvier machte nach diesen zwei Tieren, eine genauere Beschreibung. Sie hatten die Größe eines Erdsalamanders und die Gestalt einer Molchlarve, sie wurden von Cuvier und Humboldt auch als solche angesehen. Nach diesen beiden Tieren gelangten dann weitere Exemplare nach Europa und alle glichen den schon beschreibenden Tieren.
1864 erhielt der Akklimationsgarten in Paris (geggr. 1855) sechs lebende Axolotl, fünf Männchen und ein Weibchen, und gab sie an die zum Pflanzengarten zu Paris gehörende Sammlung von Reptilien und Amphibien ab. Ein Jahr später. Am 18. Februar 1865, zeigte sich bei den Männchen und den Weibchen eine starke Anschwellung der Afterränder, die Männchen setzten während der Verfolgung des Weibchens ihre Samen, wie es Tritonen tun, ab. Das Weibchen klebte im laufe der folgenden Tage ihre Eier an die Pflanzen. A Dumeril ließ die Pflanzen an denen die Eier klebten herausnehmen und in besondere Becken setzen. Aus diesen Eiern entwickelten sich dann viele Jungtiere, vier von ihnen verwandelten sich nach sieben bis acht Monaten zu Landtieren um. Bis 1867, also in zwei Jahren und neun Monaten wurden etwas dreitausend Eier von diesen Tieren gelegt. Aus den verbliebenden Nachzuchttieren wurden viele an wissenschaftliche Anstalten in ganz Europa angegeben und so kam der Axolotl auch bald über den Handel in die Aquarien der Vivarien-Liebhaber wo er zur Pflege im Aquarium sehr beliebt wurde.
So erhielt auch Fräulein von Chauvin aus Freiburg im Breisgau einige Tiere und stellte in den Jahren 1883-85 lehrreiche Experimente an. Sie wies u.a. nach, das sich die Umwandlung am besten und schnellsten an kräftigen, gesunden Tieren vollzieht. Schwächliche Tiere dagegen gehen oft zu Grunde oder brauchen für eine Umwandlung zumindest eine längere Zeit. Ihr war es als erste sogar gelungen, ein fast völlig verwandeltes Tier wieder in die Larvenform zurückzuführen.

 

Die folgende Abhandlung und deren Beschreibungen sind im Wesentlichen treffend,  bis auf die Fütterungsbeschreibung mit Pferdefleisch und Kaulquappen. Der Autor war offensichtlich ein sehr gewissenhafter Halter und hat sicher der normalen Haltung für Axolotl aus dem Molchglas heraus neue Wege geebnet.
Aufgrund der Verschachtelung und Länge der Sätze kann sich einem der Blick schonmal trüben. 

Axolotl und ihre Gäste ( Wochenschrift 1936)
Von Dr. R. Künne, „Dresdner Liebhaberverein für Aquarien- und Terrarienkunde“

Wenn so etwas zwanzig Axolotl pflegt, darunter mehr als ein halbes Dutzend voll ausgewachsener Tiere, kann einem der Appetit solcher Pfleglinge manchmal schon einiges an Kopfzerbrechen verursachen, denn Axolotl zeichnen sich unter all den Urodelen, die ich bisher gehalten habe durch die größte Gefräßigkeit aus.
Sie sind allerdings auch deutlich lebhafter und viel mehr in Bewegung als viele ihre Artverwandten. Selbst die Beschaffung der zur Befriedigung ihres Appetites notwendigen Regenwürmer war im vorigen, mehr als trockenen Sommer manchmal nicht ganz leicht und Abwechslung im Futter ist hier wie überall geboten. Ein ganz vorzügliches Futter sind Kaulquappen, die sehr gerne genommen und tadellos verdaut werden, freilich stehen sie nur immer ein paar Wochen im Jahre zur Verfügung – dann allerdings in schier unerschöpflicher Menge. Ganz mageres, in dünne Streifen geschnittenes Rind- oder Pferdefleisch nehmen die Tiere sehr gerne, aber es ist allgemein bekannte Tatsache, das Kaltblüter das Fleisch warmblütiger Tiere nur schwer verdauen, weshalb hier Vorsicht am Platze ist, einmal um Gesundheitsstörungen der Molche unmittelbar zu vermeiden, sodann weil die wurmartigen Abgänge halbverdauten Fleisches wahre Brutstätten für Fäulnisbakterien werden, wenn sie sie nicht sofort aus den Behältern entfernt werden. Dagegen habe ich oft festgestellt, dass Fleisch von Seefischen in passende Stücke geschnitten, beinahe restlos von den Tieren verdaut wird, also besonders im Winter, wo es an lebenden Futtertieren mangelt., und ein halbes Pfund „Fischfilet“ immerhin zwei bis drei Tage frisch erhalten werden kann, ein vorzügliches Futter darstellt., das aber selbstverständlich ebenfalls mit anderem wechseln muß. Es ist eine Binsenweisheit, dass auch für Axolotl lebendes Futter das beste ist und bleibt.
Übrigens habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, den Molchen alles tote Futter wie auch lebende Würmer mittels einer Holzpinzette einzeln zu reichen, um zu vermeiden, daß diese letzteren sich verkriechen und Fleisch- und Fischstücke ungefressen bleiben – eine etwas langwierige Prozedur, die sich aber unbedingt lohnt, schon weil sich nur auf diese Weise eine gleichmäßige Verteilung des Futters erzielen lässt. (man soll zu diesem Zwecke keine Metallpinzette verwenden, weil diese bei dem gierigen Zuschnappen der Axolotl leicht die Ursache für Verletzungen wird). Langwierig, aber nicht langweilig! Es ist im Gegenteil immer wieder ein ergötzendes Schauspiel, wenn bei der Fütterung die Axolotl alsbald ihre Schlupfwinkel verlassen und sich an der Futterstelle zusammenfinden, in kurzen Wendungen aufgeregt hin und her schwimmend. Und endlich verbindet sich mit einer solchen Einzelfütterung zwangsläufig auch eine genaue Einzelbeobachtung der Tiere, bei der dem so genannten Pfleger eine etwaige Verletzung oder mangelnde Fressunlust – wie oft ist gerade Appetitlosigkeit bei unseren Pfleglingen das Symptom einer inneren Erkrankung! – eines Tieres nicht so leicht entgeht.
Aus dem bisher gesagten geht wohl schon hervor, dass ich weder die „Molchsammlung“ besonders schätze, noch ich meine Tiere in „Einzelhaft“ halte – einfach deshalb, weil mir meine Pfleglinge erheblich mehr bedeuten als Sammelobjekte oder „Häftlinge“. An den in Reih und Glied aufgestellten Vollglasbecken kleinen und kleinsten Formats, ohne allen Bodengrund, ein paar hineingeworfene Elodearanken als einzige Bepflanzung aufweisend, vermisse ich stets die Preisetikette, so sehr erinnern sie mich immer an eine Mustermesse. Bequem in der Wartung mögen sie sein, aber ich kann mich nicht mit dem Grundsatz befreunden, dass einigermaßen naturgemäße Haltung vor dem Prinzip der Mühe- und Zeitersparnis zurückzutreten habe. Und was die ominöse Einzelhaft anlangt mit all ihren angeblichen Vorteilen, so besagt schon allein der Name für die Sache das Gegenteil von dem, was ich bei der Pflege meiner Tiere anstrebe. Man wende nicht ein, dass dem gefangenen bzw. dem in Gefangenschaft geborenen Tiere das „Freiheitsgefühl“ abgehe – warum dann überhaupt Konzessionen, die doch unleugbar auch von den Verfechtern dieser (unbewiesenen) Behauptung in einer oder anderen Form in jedem Falle diesem Freiheitsgefühl gemacht werden? Es wird behauptet, die Entwicklung z.B. der Molchlarve gehe in „Einzelhaft“ rascher von statten, sie ergebe überhaupt größere und kräftiger Individuen. Daran ist sicher nur soviel richtig, dass bei solcher „Einzelhaft“ die Überwachung des Gesundheitszustandes, die Dosierung des Futters, die Beobachtung des Freßaktes usw. zweifellos leichter, d.h. bequemer ist – man sieht also immer wieder, dass alle solche Maßnahmen mehr vom Interesse des Pflegers als von Interesse für den Pflegling diktiert werden. Ich glaube jedenfalls den Beweis erbracht zu haben, dass auch Molche, die Zeit ihres Lebeds in größerer Anzahl vereint in ästhetisch durchaus einwandfreien und dabei den Bedürfnissen der Tiere angemessen eingerichteten Becken gehalten worden sind, höchste Ansprüche an Gesundheit und Schönheit genügen – allerdings unter der Voraussetzung, dass den Tieren vor allem genügend große Behälter geboten werden und ihre Wartung und Pflege nicht zu sehr dem Gesichtswinkel der Bequemlichkeit des Pflegers gehandhabt wird.

An dieser Stelle mag ein kurzes Wort über die Einrichtung der Becken am Platze sein, in denen ich zur Zeit ein reichliches Dutzend nahezu einjähriger bzw etwa halb soviel zweijähriger, voll ausgewachsener Axolotl halte. Ich muß vorausschicken, dass mir die Lösung des damit verbundenen Problems erst nach macherlei missglückten Versuchen gelang, von denen ich hier nicht reden will. Fest stand von vornherein, dass das ominöse „Molchglas“ nicht in Frage kam, da auch die Axolotlbecken, genau wie die mit Fischen besetzten Aquarien, möglichst allen ästhetischen Ansprüchen genügen sollten. Diese letzteren aber mit den Forderungen der Zweckmäßigkeit zu vereinen, war in diesem Falle tatsächlich gar nicht so einfach. Folgendes waren etwa die grundsätzlichen Erwägungen, von denen ich ausging. Der Standort der Beiden Becken in der Grundfläche von 80x40 cm musste vor greller Sonnenstrahlung geschützt werden, diese Bedingung schränkte die Auswahl der zu verwendeten von vornherein stark ein. Die oft sehr stürmischen Temperamentsausbrüche der großen aber sehr behänden Tiere zogen noch eine engere Grenze: nur ziemlich widerstandfähigere Pflanzen kamen in Betracht. Aus diesem Grunde musste vor der Beschickung mit Bodengrund abgesehen werden, aber auch gewaschener Sand schien nicht empfehlenswert, da erfahrungsgemäß die feine scharfkantigen Quarzkörner oft Hautverletzungen der Molche verursachen, die besonders in der kalten Jahreszeit sehr gefährlich sein können. Endlich musste darauf Bedacht genommen werden, dass ein Molchebecken in Folge der stärkeren Verschmutzung durch die Abgänge der Tiere usw. viel öfters gereinigt werden muß als ein mit Fischen besetztes Aquarium, die Reinigung also nicht zu gar sehr erschwert werden durfte. Und auch auf die Neigung der Axolotl, sich in Schlupfwinkel zu verstecken, wollte ich bei der Einrichtung Rücksicht nehmen. All diese Theorien nehmen sich nun in Praxis umgesetzt, folgendermaßen aus. Als Bodenbelag wählte ich schön rundgeschliffene Kantenlose Kiesel von Erbsen- bis Bohnengröße, nur so hoch, dass die untere Gestellschiene gerade bedeckt war; ab und zu wird diese Kieselschicht von größeren flachen Steine unterbrochen. Bei der alle zwei Monate oder öfter anstehenden Reinigung des Beckens dauert das gründliche Auswaschen dieses Bodenbelages kaum eine halbe Stunde – und man wird erstaunt sein, welche Schmutzmengen man dabei abfließen sieht. Ein Busch starker Ludwigien wird in eine nicht zu hohe, lieber breite Kulturschale eingepflanzt, die unter den Kieseln verborgen wird. Die übrige Bepflanzung besteht aus Büscheln unseren heimischen Quellmosses (Fontinalis antipyretica), die auf Steinen festgewachsen sind. Sie sind allen Anstürmen gewachsen, wirken als Schmutzfänger und können leicht ausgewaschen oder wenn sie zu sehr „Nachdunkeln“ bei dem unerschöpflichen“ Vorrat, den unsere Bäche das ganze Jahr davon aufweisen, ebenso leicht durch neuer ersetzt werden und bieten dadurch, dass sich die Ranken gerne dem Boden zuneigen, den Tieren willkommene Verstecke. Einem Verfechter „Heimatgeographischer“in Richtung mögen sich bei solchen Vorschlägen die Haare sträuben, aber einmal ist die Forderung wegen ihrer fast absoluten Unerfüllbarkeit heute weiter als je von allgemeiner Anerkennung entfernt, und dann vereint die von mir befürwortete Einrichtung, wie sich jedermann leicht selbst überzeugen kann, Schönheit und Zweckmäßigkeit. Zur weiteren Ausstattung der Becken gehören noch eine Anzahl handgroßer Kalksteinplatten, die so aufgeschichtet werden, das sie nach vorn offene Höhlen bilden: Auf das Dach dieser Höhlen kommt einer der Mossteine, so das ein lichter Vorhang von Quellmossranken sich vor den Eingang senkt. Die Axolotl, die diese Schlupfwinkel aufsuchen, haben das Gefühl völliger Geborgenheit, ohne aber den Blicke des Beschauers entzogen zu sein. Noch vorteilhafter ist es, wenn man solche Torbogen- und tunnelartigen Höhlen zusammenzementiert (14 Tage auswässern!), weil dann die Gefahr der Einsturz und damit die Möglichkeit der der Beschädigung der Tiere ausgeschlossen ist. Daß ich die Kanten der Platten etwas abschleiße erwähne ich nebenbei. Auf diesem Wege glaube ich, allen Bedürfnissen der Molche Rechnung zu tragen und erlebe immer wieder, dass Besuchern, mögen es nun Laien oder alte erfahrene Tierpfleger sein, gerade die Axolotlbecken, deren Einrichtung und Unterhaltung buchstäblich nichts kostet, am allerbesten gefallen.
Über Paarungs- und Laichgeschäft, das bekanntlich in die Wintermonate, meist Dezember und Januar, fällt, über das Schlüpfen und die Aufzucht der schnellwüchsigen Larven besitzen wir aus berufener Feder eine reichhaltige Literatur, der ich nichts Wesentliches hinzuzufügen wüsste......

 

Die Abhandlungen und Berichte wurden von Christina Allmeling zusammengetragen und aufgearbeitet.