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Genetik/Farbvarianten
Zum besseren Verständnis des Nachfolgenden sind hier die Begrifflichkeiten noch mal erläutert:
Chromosomen: Chromosomen sind Strukturen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. Sie bestehen aus DNA die mit vielen Proteinen verpackt ist.
Gen: Das Gen ist ein Abschnitt der DNA, das die Erbinformation für eine bestimmte Ausprägung trägt.
Allel: Ein Allel bezeichnet eine mögliche Ausprägung eines Gens das sich an einem bestimmten Ort auf einem Chromosom befindet. Je nach Ausprägung kann z.B. die Blüte einer Blume rot oder weiß ausfallen.
Phänotyp: Der Phänotyp ist das gesamte Erscheinungsbild, bzw. kann als die Summe aller äußerlich auftretenden Merkmale bezeichnet werden.
Genotyp: Der Genotyp steht für das Erbbild eines Organismus und spiegelt seine exakte genetische Ausstattung wieder.
Diploidie: Als diploid bezeichnet man einen Organismus, der für jede Merkmalsausprägung zwei vollständige Chromosomensätze hat.
Homozygotie: Bezeichnet man die Reinerbigkeit von Organismen, bei denen die beiden Gene für eine bestimmte Ausprägung exakt gleich sind.
Heterozygot: Bezeichnet man die Mischerbigkeit von Organismen, bei denen zwei Gene in zwei unterschiedlichen Ausprägungen vorliegt.
Dominante / rezessive Erbfaktoren: Als dominant wird ein Erbfaktor bezeichnet, wenn er sich in der Merkmalausprägung gegenüber einem rezessiven Erbfaktor durchsetzt.
Die Färbung des Axolotl wird durch drei verschiedene Zelltypen erzeugt, die in ihrem Zusammenspiel verschiedene Farbmutationen hervorrufen können.
Melanophoren: Enthalten dass dunkle Pigment Eumelanin und Melanin und sind so für die dunkle Färbung verantwortlich (Melanos = schwarz)
Xanthophoren: Enthalten Caerotenoide und Pteridine welche eine gelbe oder orangene Färbung verursachen (Xanthos = Gelb)
Iridiophoren: Enthalten Kristalle aus ringförmigen Purin. Sie ergeben einen silbernen Glanz. (Iridios = Glänzend)
Die Gene die für die Ausprägung des jeweiligen Phänotyps verantwortlich sind, werden nach der Mutante benannt die durch ihr Fehlen bewirkt wird.
Das Gen A ist für die Ausprägung der Melanophoren verantwortlich. (A für Albino)
Das Gen AX erzeugt funktionierende Xanthophoren (AX=Axantisch)
Das Gen M ist Grundlage für die Bildung von Iridiophoren (M = Melano)
Alle Gene liegen in zwei Allelen vor. Die Allele können dominant (Grossbuchstaben) oder rezessiv (Kleinbuchstaben) sein, oder sich intermediär vererben.
Da sich alle drei Farbmutanten gegenüber dem Wildallel rezessiv verhalten, ist nur beim Auftreten des rezessiven Phänotyps (nicht aber bei der "Wildausprägung) zu bestimmen ob das Allel homozygot oder heterozygot vorliegt.
Wildtyp:
Wildtyp Axolotl zeigen eine Ausprägung aller drei Pigmentzelltypen. Die dunkle Grundfarbe wird durch die Melanophoren bewirkt. Im Zusammenspiel mit den Xanthophoren wird es zu einem Ockergrün oder Braunton, welcher je nach Konzentration der Pigmente individuell verschieden sein kann. Die glänzenden Flecken vor allem im Schwanz und Flossensaum werden durch die Iridiophoren verursacht.
Da das Gen für die Ausprägung aller Pigmenttypen gegenüber seines „defekten“ Allelpartners Dominant ist, können wildfarbene Tiere für jedes der drei Farbgene homozygot (reinerbig) oder heterozygot (mischerbig) sein, ohne dass man es ihnen im Phänotyp ansieht.
A/?; M/?; AX/?
Melanoid: Melanoide Tiere sind sehr dunkel bis schwarz. In ihrer Haut werden keine Iridiophoren gebildet, so dass der silbrige Glanz entfällt. Von sehr dunklen, wildfarbenen Exemplaren unterscheiden sie sich durch gänzlich dunkle Augen ohne glänzende Iris. Ihnen fehlt das funktionierende Allel des M Genes, sind also homozygot für m. In den restlichen Merkmalen können sie homozygot oder heterozygot sein. A/?; m/m; AX/?
Goldalbino: Goldalbinos sind gelbgolden mit gelben Augen und roten Kiemen. Es sind die eigentlichen Albinos im klassischen Sinne, da ihnen nur dass dunkle Pigment der Melanophoren fehlt, die Ausprägung der anderen Pigmente jedoch normal ist. Sie sind homozygot für a, können in den restlichen Genen homo- oder heterozygot sein. Diese Farbvariante wurde erst durch Einkreuzung des Tigersalamanders in die Blutlinie des Axolotls möglich, da keine Axolotl mit fehlenden Melanophoren bekannt waren. a/a; M/?; AX/?
Melano-albinos: Tiere die weder Melanophoren noch Iridiophoren produzieren, also homozygot für a und m sind, sind rein weiß. Diese Tiere haben jedoch einen leichten Gelbstich durch die noch vorhandenen Xanthophoren. a/a; m/m; AX/?
Axantische Albinos: Sind weiß, haben aber einen leichten metallischen Glanz. Ihnen fehlen Melanophoren und Xanthophoren, so dass nur die Iridiophoren bleiben. Also homozygot für ax und a. a/a, M/?; ax/ax
Pigmentlose Albinos: Tiere die absolut keinerlei Pigmente bilden sind Homozygot für alle drei Farbmutanten. Sie sind Melano-axanthische Albinos. a/a; m/m; ax/ax
Axantisch: Axantische Tiere bilden keine Xanthophoren sind also homozygot für ax. Sie fallen allerdings kaum auf und unterscheiden sich kaum von sehr dunklen Wildtypen da die Konzentration der Xanthophoren ohnehin sehr stark Individuell verschieden ist. Dieser Phänotyp lässt sich wohl nur sicher durch Rückkreuzung bestimmen. A/?; M/?; ax/ax
Um dass Ganze noch etwas komplizierter zu machen, gibt es noch einen weiteren Farbschlag, der jedoch nichts mit dem Vorhandensein der Pigmente zu tun hat. Damit die Pigmente sich überhaupt in der Haut der Tiere verteilen ist ein viertes Gen aktiv, welches wir mit D bezeichnen. Es sorgt dafür, dass sich die Pigmentzellen richtig in der gesamten Haut des Tieres verteilen. Ist es defekt, kommt es zu einer unvollständigen Pigmentwerteilung, so dass alle Pigmentzellen, ob Xanthophoren, Iridiophoren oder Melanophoren, entlang der früheren Neutralleiste bleiben, wo sie gebildet wurden.
Weisslinge: Haben einen weißen Körper, jedoch dunkle Augen und sehr oft Pigmente entlang des Rückens oder auf dem Kopf. („Sommersprossen“) Besondere Formen des Weißlings sind die Harlekine mit dunklem Kopf und Kiemenästen.
Weisslingsalbinos: Ist dass Allel d kombiniert mit dem Allel für fehlende Melanophoren a, ergibt sich ein Albino, der sich kaum von pigmentlosen Albino unterscheidet. Die Ausprägung der Xanthophoren und Iridiophoren spielt keine Rolle
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