Parasiten beim Axolotl

Parasiten beim Axolotl

 

Endo- und Ektoparasiten

Es gibt eine große Anzahl von pathogenen Parasiten bei Amphibien. Ein Parasitenbefall kommt im Freiland bei Amphibien regelmäßig vor. Auch in menschlicher Obhut gehaltene Axolotl können mit Parasiten infiziert sein, welche zu Erkrankungen führen können. Der Schwerpunkt liegt hierbei bei den Einzellern und den Wirbellosen: Sie können als Ektoparasiten (Außenparasiten) die Haut und Kiemen sowie als Endoparasiten (Innenparasiten) das Körperinnere wie innere Organe und den Darm befallen. Die am meisten beim Axolotl vorkommenden Parasiten werden hier aufgeführt.

 

Endoparasiten 

Würmer

Als Wurmerkrankung oder Helminthiasis bezeichnet man Erkrankungen, die durch parasitäre Würmer vorkommen.

Den Darm als Endoparasiten befallen hauptsächlich Nematoden (Rundwürmer) sowie Trichinellida (Haarwürmer).

Ein Nachweis von Würmern erfolgt über Kotproben.

 

Protozoen

Protozoen sind einzellige Lebewesen, von denen viele Arten und Gattungen parasitisch leben. Sehr häufige protoäre Endoparasiten beim Axolotl sind Flagellaten. Diese Flagellaten („Geißeltierchen“) sind bei Amphibien und Reptilien häufige Mitbewohner (Kommensalen, Symbionten) ohne Symptome bzw. Krankheiten auszulösen, im Gegensatz zu anderen Tieren, bei denen sie teilweise dramatische Erkrankungen verursachen können. Als Endoparasiten leben sie im Darm und er Kloake der Axolotl. Bei Massenvermehrungen können sie schwerste Durchfallerkrankungen auslösen oder auch in andere Organsysteme auswandern. Flagellaten verfügen über an Geißeln, deren Primärfunktion in der Fortbewegung besteht. Flagellaten kommen bei Amphibien sowohl als Ekto- als auch als Endoparasiten vor. Flagellaten nachweisen kann man in einem Direktabstrich, welcher sofort mikroskopiert wird oder einer Kotprobe welche in ein Labor eingesendet wird.

 

Amphibiocystidium

Amphibiocystidium sp. ist eine Gattung einzelliger, parasitärer Organismen, die manchmal als Dermocystidium bezeichnet wird. Eine Infektion mit Amphibiocystidium-Parasiten kann eine Reihe von Krankheitsymptomen hervorrufen. Am häufigsten führt eine Infektion zur Bildung knotiger Hautläsionen oder Zysten. Diese variieren von kleinen Blasen bis zu großen tumorähnlichen Zysten. Amphibiocystidium-Zysten können überall am Körper auftreten, einschließlich Kopf, Schwanz und Beine. Die Zysten können sich auch um die Kloake der Tiere formieren. Zusätzlich kann der Parasit die Leber infizieren, indem er tumorähnliche Erhebungen unterschiedlicher Größe bildet. Oftmals zeigen die Tiere kaum Beeinträchtigungen durch diesen Parasiten. Allerdings sind infizierte Tiere empfänglicher für Sekundärinfektionen. Ein Nachweis erfolgt über ein Punktat und einer histologischen Untersuchung.

 

Ektoparasiten 

Trematoden

Die Saugwürmer (Trematoda) bilden eine Klasse von parasitär lebenden Plattwürmern (Plathelminthes). Hierbei gelten Amphibien als Zwischenwirte für Saugwurminfektionen wie die Metacercarien. Als Ektoparasiten sind monogene Trempatoden bei Amphibien bekannt. Diese kommen in der Regel aber bei in Aquarien gehaltenen Axolotln kaum vor, da im Zyklus der Parasiten häufig ein Zwischenwirt eingebaut ist.

 

Hakensaugwürmer

Die Hakensaugwürmer (Monogenea) sind eine Gruppe vornehmlich ektoparasitischer Plattwürmer. Sie kommen besonders häufig auf Haut, Flossen und Kiemen von Fischen sowie an Amphibien vor.

 

Kratzwürmer (Palaeacanthocephala)

Kratzwürmer haben einen obligatorischen Wirtswechsel. Die ausgewachsenen Darmparasiten parasitisieren bei verschiedenen Wirbeltiergruppen wie Fischen, Amphibien, Vögeln und Säugetieren und besitzen im Regelfall einen aquatische Lebenszyklus. Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Arten mit Körperlängen von durchschnittlich wenigen Zentimetern. Zwischenwirte sind meist Flohkrebse oder Wasserasseln. Amphibien dienen Kratzwürmer als Endwirt.

 

Flagellaten

Flagellaten als ektoparasitäre Art befällt die Körperoberfläche und die Kiemen. Zu den Flagellaten als Ektoparasiten gehören auch die Ichthyobodo necator, früher Costia necatrix, welcher bei Fischen die als Costia oder Ichthyobodo bekannte Krankheit auslöst. Costia ist ein heterotropher Flagellat (Geißeltierchen) aus dem Reich der Protozoen und zählt zu den Hauttrübern. Costia ernährt sich von abgestorbenen Zellen. Gesunde immunstarke Tiere kommen sehr gut mit dem Parasiten klar da Costia nur einen sehr kurzen Lebenszyklus hat. Costia ist ein klassischer Schwächeparasit. Bei geschwächten Tieren kann es zu einer Massenvermehrung kommen. Axolotl sind empfänglich für den Parasiten und zeigen häufig einen Befall, wenn sie mit Fischen vergesellschaftet werden.

 

Chilodonella

Chilodonella ist ein ovales einzelliges Wimperntierchen, welches vor allem auf den Kiemen vorkommt und in einem späteren Stadium auch auf der Schleimhaut. Chilodonella gehört wie Costia auch zu den Hauttrübern und gilt ebenso als Schwächeparasit.

 

Trichodina

Trichodina ist eine Gattung aus der Gruppe der Wimperntierchen.

Sie besiedeln die Haut und Kiemenfädchen von Amphibien, kommen aber auch frei flottierend vor. Häufig sind Fische mit diesen Ektoparasiten befallen, bei einer Vergesellschaftung kann es auch zu einem Befall der Axolotl kommen. An den Kiemenfädchen können sich kugelige Ansammlungen zeigen, welche sich hell darstellen. Häufig ist ein Befall jedoch symptomlos bzw. die Tiere zeigen erst ab einem hochgradigen Befall Krankheitsanzeichen. Bei geschwächten Tieren können sie als Schwächeparasiten bei Massenbefall die Haut und Kiemenfädchen schädigen und eine sogenannte Trichodinose verursachen. Bei starkem Befall können durch Trichodina sekundäre bakterielle Infektionen hervorrufen werden. Wie alle Wimpertierchen filtern sie Partikel aus dem sie umgebenden Wasser. Trichodina schabt ständig mit seinen Häkchen auf der Unterseite Teile der Haut ab, so dass bei vermehrtem Befall winzige, mikroskopisch kleine Schädigungen in der Haut und/oder der Schleimschicht entstehen.

 

Ankerwürmer

Ankerwürmer gehören zu den Ruderfußkrebsen, sind aber hier eine stark abgewandelte Gruppe, die zur einer parasitischen Lebensweise am Fisch oder Amphib übergegangen ist. Eingeschleppt werden diese Parasiten oft mit Tümpelfutter oder infizierten Futterfischen. Mit dem Kopf sitzen die Parasiten fest in der Haut verankert. Die Ankerwürmer haben 3 planktonisch lebende Larvenstadien und fünf parasitäre sogenannte Copopoditstadien. Nach der Paarung verhakt sich das Weibchen in den Muskel der Wirtstiere und verwandelt sich in eine unsegmentierte, wurmartige Form, wobei der äußere Teil stachelig hervorsteht. Ein Ziehen des Ankerwurmes kann zu Hautläsionen des Wirtes führen welche sich infizieren können. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, bei der die Ankerwürmer absterben.

 

Karpfenläuse

Die Karpfenlaus (Argulus foliacaeus) ist ein Fischparasit aus der Gruppe der Fischläuse oder Branchiura (Familie Argulidae). Sie gehören wie die Ankerwürmer zur Gruppe der Krebstiere. Karpfenläusekönnen 4-12 mm große werden und verankern sich mit einem Haken an der Haut der Tiere. Mit einem beweglichen Stachel wird die Haut durchstoßen um Blut zu saugen. Hierbei kommt es oft zu Entzündungen der Einstichstelle mit zusätzlichen sekundären bakteriellen Infektionen. Eingeschleppt werden die Karpfenläuse meist auch durch Tümpelfutter oder infizierte Futterfische.

     
Axolotl mit Ektoparasitenbefall, fokale Veränderungen der Haut und der Kiemenäste (M. Hallinger, exomed)


Trichodona sp. (Rädertierchen) Mikroskopisch von der Axolotlhaut (Hautabklatsch) (Foto M. Hallinger, exomed)


Costia sp.von einem Axolotl, die Parasiten umlagern eine Epithelzele (Giemsa-Färbung) (Foto M. Hallinger, exomed)


Protozoäre Flagellaten aus der Kotprobe eines Axolotls (Foto M.Hallinger, exomed)


Chilodonella sp. bei einem Axolotl, Hautabklatsch (Giemsa-Färbung) (Foto M.Hallinger, exomed)


Amphibiocystidium sp. beim Axolotl (Foto M. Hallinger, exomed)

Fragen zu Laborproben beantwortet Ihnen gerne das Krankheitsteam im Krankenboard vom Forum von www.axolotl-online.de
Das Forum ist unter folgendem Link aufrufbar: www.axolotlforum.de

Sowie

Malek Hallinger von www.exomed.de

Text

Christina Liebsch, Ambystoma mexicanum Bioregeneration Center, Medizinische Hochschule Hannover

TA Malek Hallinger, ZB Reptilienkrankheiten, exomed  GmbH – Veterinärlabor, Berlin