Metamorphose beim Axolotl

Axolotl Metamorphose

Metamorphose ist die für die Amphibien typische Umwandlung, die mit dem Wechsel des Lebensraumes einhergeht und aus den aquatischen, über Kiemen und Haut atmenden Larven, lungenatmende, terrestrische Adulttiere entstehen lässt. Anders als bei der Metamorphose vieler Insekten fehlt bei der Umwandlung der Amphibien ein Ruhestadium, das etwa dem der Schmetterlingspuppe entspricht. Lurchlarven sind aufgrund der Umwandlung ihrer Organsysteme gezwungen, zumindest in der Phase des Umwandlungsgeschehens die Nahrungsaufnahme weitgehend einzustellen, ausgeprägte Ruhephasen finden während der Metamorphose jedoch nicht statt. Die Metamorphose dieser Wirbeltiere ist ein fortbestehendes Entwicklungsergebnis, dass in aller Regel mit dem Landgang abschließt. Anlass zur Metamorphose können Änderungen der Umgebungsbedingungen (exogene Reize) sein oder endogene (im Körper das Tieres liegende) Ursachen wie eine Veränderung des Hormonhaushaltes.

Für die Auslösung und Regulation der Metamorphose des Axolotls ist das Hormon Thyroxin verantwortlich. Axolotl können vollständig metamorphosieren (siehe nebenst. Abb), wenn ihnen von außen solche Schilddrüsenhormone verabreicht worden sind. Geringe Gaben von Thyroxin, Trijodthyronin oder Thyroidea-stimulierendem Hormon können zur vollständigen Metamorphose führen. Der metamorphosierte Axolotl ähnelt in Aussehen und Haltung stark dem verwandten Tigersalamander. Die Verabreichung der Hormone ist nur in einer bestimmten Lebensphase (semi-adulter Zustand) erfolgreich. Werden sie zu früh verabreicht, reagiert das Tier nicht auf die Gabe, werden sie zu spät verabreicht, kommt es nur partiell zu Umwandlungserscheinungen und/oder endet häufig mit dem Tod des Tiers (Wistuba 2000).

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Die Verabreichung der genannten Substanzen wird vom Gesetzgeber als Tierversuch eingestuft und ist durch die zuständige Behörde genehmigungspflichtig! Derartige Genehmigungen werden in Europa ausschließlich für streng definierte wissenschaftliche Vorhaben ausgestellt! Nicht genehmigte Tierversuche sind strafbar! Davon ab riskiert der Halter mit diesem Eingriff das Leben seines Tieres!

Es gibt wenige Exemplare, die auch spontan durch die Metamorphose gegangen sind (siehe nebenstehende Abbildungen), ohne künstliche Verabreichung eines Hormonpräparates.

Eine Umwandlung durch Veränderung der Umweltbedingungen ist NICHT möglich.

Ein Versuch in diese Richtung verstößt gegen den Tierschutz und ist Tierquälerei! Diese wird ebenfalls strafrechtlich verfolgt!

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Die Axolotl-Neotenie ist bedingt durch eine genetisch determinierte (festegelegte) Unterversorgung mit Parathormon (Schilddrüsenhormon). Die Induktion (Auslösung) der Metamorphose mittels Parathormon bedarf keiner exakten Dosierung. Das einfache Vorhandensein dieser Substanz in einer überschwelligen Dosierung ist vollkommen ausreichend, wobei auch die Quelle der Substanz nebensächlich ist. Die Substanz selbst ist bei allen Wirbeltieren chemisch identisch.

Metamorphosierte Axolotl sind nicht weniger lebensfähig als ihre neotenen Artgenossen. Sie gehen zur Fortpflanzung ins Wasser zurück und produzieren neotene Nachkommen. Problematisch ist die Umwandlung älterer Tiere. Diese überleben die Metamorphose nur selten im Gegensatz zu halbwüchsigen Tieren.

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